Monate: Dezember 2017

Zollwert bei Onlineauktionen – Behandlung von Verkäufer- und Käuferprovisionen

Onlineeinkäufe und -auktionen erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Problematisch kann es jedoch werden, wenn man außerhalb der EU einkauft und die einschlägigen Zollvorschriften nicht beachtet werden. Im vorliegenden Fall erklärt Karl Heinz Klumpner vom BFG, wie an ein in der EU ansässiges Onlineauktionshaus für die Nutzung des Webdienstes zu zahlende Provisionen zoll­wertrechtlich zu behandeln sind.

Antrags­berechtigung eines körperschaftlich organisierten US‑Investment­fonds zur KESt-Rückerstattung

Jan Knesl, Pavel Knesl und Michael Zwick über den Fall einer Beschwerdeführerin, einer in den USA ansässigen körperschaftlich organisierten Investment­gesellschaft, die in den Jahren 2013 und 2014 als selbständiges Sonder­vermögen eines Delaware Statutory Trust Dividenden aus österreichischen Portfoliobeteiligungen erzielte, von denen die 25%ige KESt einbehalten wurde.

Keine Umqualifizierung von steuerfreien Beteiligungserträgen in Zinsen oder zinsähnliche Erträge

Unstrittig steht einer Privat­stiftung die Beteiligungsertrags­befreiung des § 10 Abs 1 Z 1 KStG für Beteiligungen an inländischen Kapital­gesellschaften zu. Diese Befreiung greift nach Ansicht des BFG auch dann, wenn die Beteiligung in Form von Vorzugsaktien besteht, die Ertragskomponente gesichert und der Anspruch am Liquidationserlös limitiert ist.

VwGH zu außerbetrieblicher Nutzungsüb­erlassung eines bis dahin landwirtschaftlich genutzten Grundstücks

Der VwGH hat mit dem gegenständlichen Erkenntnis seine Rechtsprechung zur verfassungskonformen Auslegung betreffend Betriebs­vermögenszugehörigkeit von vorübergehend außerbetrieblich genutzten Grundstücken konkretisiert. Bemerkens­wert macht den Fall, dass der Verpächter des Grundstücks zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses von einer deutlich kürzeren Dauer der Nutzungsüb­erlassung (hier Nutzung als Deponie) ausgegangen ist als der Pächter.

Auswärtige Berufs­ausbildung eines Kindes

Eine Schule liegt nicht mehr im Einzugsbereich des Wohnortes iSd § 34 Abs 8 EStG, wenn die zumutbare Fahrzeit von einer Stunde in eine Fahrtrichtung überschritten wird. Das BFG ist der Ansicht, die Fahrt mit dem Bus von 6:40 Uhr bis 7:44 Uhr stellt für einen 15-jährigen Schüler das „günstigste öffentliche Verkehrsmittel“ iSd VO des BMF betreffend eine Berufs­ausbildung eines Kindes außerhalb des Wohnortes dar. Das Finanzamt hingegen meint, der 15-Jährige solle mit dem Bus von 5:30 bis 6:20 Uhr in die Schule fahren (unter einer Stunde) und verneinte damit den Abzug des Pausch­betrag

Erhöhter Nahrungsmittelbedarf bei Bulimie als außergewöhnliche Belastung

Die erhöhte Nahrungsmittelzufuhr iZm Bulimie ist keine Maßnahme zur Heilung oder Linderung, sondern vielmehr als (fachmedizinisch festgestelltes) Symptom einer Krankheit zu werten und verursacht deswegen für den an Bulimie erkrankten Steuer­pflichtigen zwangsläufig Mehraufwendungen, die bei entsprechender Erfüllung der restlichen Voraussetzungen als außergewöhnliche Belastungen gem § 34 EStG berücksichtigt werden können. Ein Beitrag von Kerstin Schantl.