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Steuerquote 2016 war 42,7 oder 43,4 Prozent

"Die" Steuerquote gibt es nicht - Zum Vergleich mit anderen Staaten werden Sozialbeiträge in unterschiedlichem Ausmaß einberechnet. (Bild: © iStock) "Die" Steuerquote gibt es nicht - Zum Vergleich mit anderen Staaten werden Sozialbeiträge in unterschiedlichem Ausmaß einberechnet. (Bild: © iStock)

Der neue ÖVP-Chef Sebastian Kurz will die Steuerquote reduzieren. Er sieht sie aktuell bei 43,4 Prozent – das Finanzministerium oder das WIFO aber bei 42,7 Prozent. Recht haben alle: Denn „die“ Steuerquote gibt es nicht. Um den Vergleich mit anderen Staaten zu ermöglichen werden unterschiedliche „Indikatoren“ errechnet, in die jeweils Sozialbeiträge in unterschiedlichem Ausmaß einbezogen werden.

Wien (APA/red) – Die Statistik Austria weist auf ihrer Homepage die unterschiedlichen Quoten aus. Die beiden am häufigsten genutzten sind Indikator 2 (2016 42,7 Prozent) und Indikator 4 (2016 43,4 Prozent).

In jedem Fall werden die Steuereinnahmen des Staates und Sozialbeiträge in Relation zum Bruttoinlandsprodukt gestellt – und somit eine Quote in Prozent errechnet. Im (niedrigeren) Indikator 2 sind Steuern und tatsächliche Sozialbeiträge (aber nur Pflichtbeiträge) enthalten. Für Indikator 3 werden auch freiwillige Sozialbeiträge dazugerechnet, für Indikator 4 außerdem die „imputierten Sozialbeiträge“. Das sind die Zuzahlungen des Staates für die Beamtenpensionen.

„Zulässig“ sind alle Indikatoren – die Frage ist, wofür man sie verwendet. Für EU- und internationale Vergleiche wird Indikator 4 verwendet. Für innerösterreichische Überlegungen zur Steuerlast ist laut Statistik Austria auch Indikator 2 geeignet.

Steuerquote war 2006 bei 40,8 Prozent

Wie auch immer: Auf den von Kurz als Ziel vorgegebenen 40 Prozent war keiner der üblichen Indikatoren mehr seit Mitte der 90er-Jahre. Indikator 2 lag nach der schwarz-blauen Steuerreform immerhin 2006/2007 bei 40,8 bzw. 40,9 Prozent, Indikator 4 erreichte da mit 41,7 bzw. 41,8 Prozent seine niedrigsten Werte der vergangenen 18 Jahre.

Diese Steuerreform war auch sehr nötig – denn 2001 war die Quote auf den seit 1995 höchsten Wert geklettert, mit 44,2 Prozent (Indikator 2) bzw. 45,4 Prozent (Indikator 4).

Der durch die Steuerreformen bewirkte Rückgang der Abgabenquote war allerdings immer nur vorübergehend, über die Jahre kletterte er wieder nach oben. So lag Indikator 2 im Jahr 2015 denn auch wieder bei 43,8 Prozent (und Indikator 4 bei 44,4). Die große Steuerreform von Kanzler Werner Faymann (SPÖ) und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) brachte die Quoten 2016 deutlich hinunter, auf 42,7 bzw. 43,3 Prozent.

Steuerreformen gab es mit schöner Regelmäßigkeit, nicht selten wurden sie im Umfeld von Nationalratswahlen versprochen oder geschmiedet: So wurde 1994 der allgemeine Absetzbetrag deutlich angehoben. 2000 wurde die erste Tarifzone steuerfrei (die Steuer auf die ersten 50.000 Schilling entfiel), 2004/5 die Steuerfreigrenze angehoben und die Anzahl der Tarifstufen reduziert, 2009 die Freigrenze angehoben und der Eingangssteuersatz abgesenkt.

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